
Am 16. Oktober 2006 wurde die Anerkennungsurkunde für die Bürgerstiftung Rheda-Wiedenbrück durch die damalige Regierungspräsidentin des Regierungsbezirks Detmold, Marianne Thomann-Stahl, unterzeichnet. Exakt auf den Tag 20 Jahre später, konnte die Stiftung ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Einen hervorragenden musikalischen Beitrag lieferten dabei die „Fairy Shots“, das A-Capella-Ensemble der Voice Company.
Stiftungsratsvorsitzender Michael Deitert hielt die Begrüßungsansprache. Er lobte die gute Idee der Gründungsstifter aus der Doppelstadt, die bei einer Geburtstagsfeier entschieden, gemeinsam einen Teil ihres Vermögens in eine Stiftung einzuzahlen. Und wie der Name schon verdeutlicht, sollte es eine Stiftung für die Bürger sein mit klaren Zielen für Bildung und Kultur, Zusammenleben, Klima, junge Menschen und Familien.
„Eine Stiftung zu gründen ist das eine, sie aber über Jahre erfolgreich aufzubauen, weiterzuentwickeln und sie bekannt zu machen, ist das andere“, betonte Deitert. Er dankte dem ehemaligen Vorstandsteam und dem seit gut einem Jahr amtierenden neuen Vorstand mit Claudia Wilm als Vorsitzender, Daria Baumhüter, Jana Schmedhenke, Alexander Gromann und Stefan Renpening für ganz viel Engagement und Herzblut. „Sie setzen die Arbeit im Sinne der Stifter erfolgreich fort“, betonte er. Dank vieler Unterstützer wie Zustiftern, Paten, Zeit- und Geldspendern, die dafür Sorge tragen, dass beispielsweise 50 Stipendiaten auf ihrem Bildungsweg begleitet werden konnten und bereits 100mal Familien in Notsituationen Unterstützung erfahren haben. Weitere Erfolgsmodelle sind der Bildungsfonds und die Unterstützung der Kulturlandschaft. Die Bürgerstiftung setzt bei ihren Projekten seit jeher auf die Zusammenarbeit mit Partnern.
„Stadt und Gesellschaft haben sich verändert in den letzten 20 Jahren, doch was bleibt, ist die Bereitschaft zu helfen, lobte Deitert. Er wünschte dem Erfolgsmodell Bürgerstiftung weitere gute 20 Jahre, in denen Menschen sich begegnen und füreinander einstehen und helfen, genau da, wo Hilfe benötigt wird.
Bürgermeister Theo Mettenborg meinte: „Was die Sonne fürs Universum ist, ist die Bürgerstiftung für Rheda-Wiedenbrück. Sie alle sind die Sonne unserer Stadt.“
Als Gastredner sprach Einstein-Gymnasium-Schulleiter und Kuratoriumsmitglied Jörg Droste zum Thema Bildung. Er betonte, dass junge Menschen früher wie heute Chancen bräuchten und Menschen, die an sie glauben. Bildung sei nicht einfach Unterricht, sondern vielmehr die Welt zu entdecken und somit eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe.
In einer lockeren Gesprächsrunde führten Claudia Wilm und Alexander Gromann Interviews mit Bernd Jostkleigrewe als Stifter der ersten Stunde, Beyza Özmen, einer jungen Frau, die über das START-Programm gefördert wird, Fatma Aydin Cangülec von der Flüchtlingsberatung der Diakonie als langjährige Kooperationspartnerin, Zivka Hiesgen als Vorsitzender des Kuratoriums und Stiftungsratsvorsitzendem Michael Deitert. Sie alle gaben einen Einblick in die Tätigkeitsschwerpunkte der Bürgerstiftung. Zivka Hiesgen meinte, dass es gut sei, wenn Kinder schon früh ganz selbstverständlich ans Ehrenamt herangeführt werden, damit es auf Dauer keine Sache von einigen wenigen ist. Deitert erläuterte, wie man sich finanziell in der Stiftung einbringen kann durch Schenkungen, Zustiftungen, Patenschaften, Spenden und Erbschaftsnachlass.
Claudia Wilm dankte allen Anwesenden, die dabei mithelfen, das Modell Bürgerstiftung zu verwirklichen. Die Bürgerstiftung könne neben der Verwirklichung von Projekten und Förderungen auch als Multiplikatorin und Netzwerkerin dienen, um Menschen zusammenzubringen und das Zusammenleben in Rheda-Wiedenbrück weiter zu stärken.
Der Wunsch der Vorsitzenden ist es dabei, weiterhin möglichst unkompliziert und unbürokratisch und somit den Qualitätsmerkmalen einer Bürgerstiftung entsprechend zum Wohlergehen der Menschen in der Stadt beitragen zu können.
Bild: Waltraud Leskovsek
